Why Emires Fall
Gerade gelesen: Why Empires Fall: Rome, America and the Future of the W… von Peter Heather und John Rapley. 📚
Der Vergleich zwischen dem Niedergang des Römischen Reiches und dem modernen Westen bzw. USA/UK ist ein klassisches Motiv der englischsprachigen politischen Literatur. Der Klassiker von Edward Gibbon (The History of the Decline and Fall of the Roman Empire, 1776) ist der Startschuß für eine lange Reihe von vergleichender Literatur. Dabei handelt es sich weniger um Prognosen, sondern ist als Metapher für Niedergang und Krise zu verstehen.
Für das aktuelle Buch machen ein Historiker und ein Ökonom die Argumentation wirtschaftsgeschichtlich auf. Das Augenmerk legen sie auf die Ausbildung der Peripherie (wie z.b. nordöstlich des Rheins und Donau) und der dadurch entstehende Druck auf das Zentrum des Reichs. Ob ein sicherlich militärisch gut ausgerüsteter Alamannen-Fürst des 4. Jhd AD als Vergleich für das heutige China taugt, darf bezweifelt werden. Fiskalische Herausforderungen, durch zermürbende Kriege (z.B. Persien) und veringerte Steuereinnahmen durch Wegfall von Staatsgebiet (Visigothen), können die staatliche Infrastruktur nicht mehr leisten. Der “Vertrag” mit den Steuerzahlenden wird brüchig und Loyalitäten im Zentrum neu sortiert.
Das Buch ist eine gelungene Einordnung aktueller politischer Strömungen des “make great again” und Brexit, wenn gleich ich die Conclusio der Autoren etwas zuweit hergeholt finde. Viele Vergleiche leuchten jedoch ein und sind plausibel. Wichtiges und spannend zu lesendes Buch.